Überarbeitung: Adjektive und Adverbien – braucht’s die wirklich?

Eine einfache Methode, die Lesbarkeit jeden Textes zu steigern, ist, sämtliche verwendeten Adjektive und Adverbien auf ihre Notwendigkeit hin abzuklopfen. Beispiel Adjektiv: „Das niedliche Kätzchen“ ist im Auge des Lesers genauso niedlich wie das einfache „Kätzchen“. Per se sind erstmal alle Kätzchen niedlich. Gleiches gilt für bequeme Sessel, steinalte Greise oder pfeilschnelle Ferraris, um nur […]

Traumsequenzen – nein, danke!

Das mache ich seit mindestens zwanzig Jahren: ich überschlage in allen Romanen, die ich lese, grundsätzlich alle Passagen, in denen die Träume des Protagonisten (oder der Protagonistin) geschildert werden. Es interessiert mich nämlich nicht die Bohne, was eine Romanfigur macht, wenn sie schläft1. In Träumen geschieht nichts. In Träumen wird auch nicht bewusst reflektiert. In […]

Der beste Schreibtipp aller Zeiten

…stammt – meiner Ansicht nach – von Ernst Lubitsch. Der hatte 1936 den nach Hollywood emigrierten Billy Wilder als Drehbuchautor angestellt, und nach einigen Wochen Arbeit übergab Wilder Lubitsch die erste Fassung eines Drehbuchs. Lubitsch schlug das Buch auf und las den Anfang. Der erste Satz lautete sinngemäß: „Mr. Sowieso öffnet die Tür und betritt […]

Die Zukunft ist digital

Ich habe erst vor ein paar Monaten mit Bloggen angefangen. Es ist klar, dass ich langsam lerne. Aber viele Autoren tun immer noch so, als würde das Internet nicht existieren. Einige werden sicherlich zusehen müssen, wie ihre Karrieren deswegen den Bach runtergehen. Eine Tatsache scheint mittlerweile unbestreitbar: Die Zukunft des geschriebenen Worts liegt  (größtenteils oder […]

Verirren geht auch nicht mehr

Vor ein paar Jahren (Herrgott,wie die Zeit vergeht) veröffentlichte ich hier einen kleinen Beitrag darüber, wie der technische Fortschritt das Erzählen verändert hat. Insbesondere das Mobiltelefon hat die Dramaturgie zahlreicher klassischer Story-Strukturen und Plots nachhaltig verändert.Mit den mittlerweile flächendeckend eingeführten Navigationsgeräten bzw. den Handys, mit denen man Google Maps u.ä. empfangen kann, haben wir die […]

Angst bei der Arbeit

Der Fall Doris Heinze geistert immer noch durch die Blätter. Die Frankfurter Rundschau hat die Sache zum Anlass genommen, einen Artikel über die Situation der von dieser Angelegenheit Hauptbetroffenen, die Drehbuchautoren, zu veröffentlichen. Sehr lesenswert. Und leider entspricht das dort Geschriebene hundertprozentig den Tatsachen.

Überarbeitungsweisheit

Diese Weisheit ist nicht auf meinem Mist gewachsen, ich hab keine Ahnung von wem sie stammt, aber ich beherzige sie immer, wenn ich etwas zu lektorieren oder zu überarbeiten habe: „Man kann jeden Text um 100 Prozent besser machen, in dem man mindestens 50 Prozent der Adjektive und Adverbien streicht.“

Was ist komisch?

Vor ca. 15 Jahren habe ich an einem überaus unterhaltsamen und lehrreichen Sitcom-Workshop bei der mittlerweile verstorbenen TV-Comedy-Legende Danny Simon teilgenommen. Danny Simon hatte eine ganz einfache Antwort auf die Frage, wie man eine komische Szene kreiert: „Something must go wrong.„ [youtube http://www.youtube.com/watch?v=K0DmtmmFEVo&hl=de&fs=1&] Danny Simon hatte recht.

Hat mal jemand Feuer?

Vor einiger Zeit habe ich hier schon mal was über Schreiben und Rauchen geschrieben. Da ging es um rauchende Autoren und den Arbeitsrhythmus, den einem die Zigarette vorgeben kann. Wie ist es aber mit rauchenden Figuren?Früher war es durchaus Geschmackssache, ob man eine seiner Figuren rauchen ließ oder nicht. Rauchen war eine gesellschaftlich vollkommen akzeptable […]

Und am Anfang… auf keinen Fall das Wetter!

„Heftig prasselte der Regen auf die Straße, dass die Tropfen in den Pfützen tanzten…“„Es war der heißeste Tag des Jahres. Kein Lufthauch regte sich…“„Der Himmel war von makellosem Blau. Weit entfernt, am Horizont, konnte man allerdings einige erste dunkle Wolken ausmachen…“So fangen viele Texte an, die als unverlangt eingesandte Manuskripte im Posteingang von Verlagen landen. […]