Weil sie es nicht müssen

Letzte Woche geisterte eine Studie über Produktdarstellung der Verlage im digitalen Handel durch die Buchbranche. Diese Studie kommt zu dem Ergebnis, dass einige bis viele Verlage sich ziemlich wenig Mühe bei der Online-Präsentation ihrer Bücher geben. Bei amazon, bei buchhandel.de, ja sogar auf der eigenen Webseite werden massenweise Chancen ausgelassen, die eigenen Produkte dem potenziellen Leser möglichst vorteilhaft zu präsentieren. Viele Verlage verhalten sich so, als wären Sie am kommerziellen Erfolg eines Großteils ihrer Bücher nicht interessiert.

Was sie (derzeit noch) tatsächlich nicht sind. Viele Verlage bringen jede Menge Bücher raus, deren kommerzieller Erfolg ihnen letztlich vollkommen mumpe ist. Sie freuen sich, wenn eins dieser Bücher sich gut verkauft, aber wenn es das nicht tut, ist es auch kein Beinbruch. Weil es die unwichtigen Bücher sind. Und viele Verlage legen ausschließlich Wert auf die wichtigen Bücher, die, die von den Stars geschrieben wurden, die schon einen oder mehr Bestseller geschrieben haben. Das sind die „wichtigen“ Lokomotiven, die vor den Verlagszug gespannt werden, um die „unwichtigen“ Bücher mitzuziehen.

Warum sollten sich also Verlage, die so denken und kalkulieren, also großartig Mühe mit den Online-Beschreibungen von Büchern geben, deren Erfolg oder Misserfolg ihnen relativ egal ist? Sie müssen sich ja tatsächlich nur um die Bücher kümmern, in die sie entsprechende Umsatzerwartungen gesetzt haben. Insofern hat das Ergebnis der Studie nur Menschen überrascht, die dieses branchenübliche Denken nicht kennen.

Viele Autoren denken, dass sie es geschafft haben, wenn sie einen Verlagsvertrag unterschrieben haben. Das ist leider meistens nicht der Fall. Mit dem Unterschreiben eines Verlagsvertrags fängt die Ochsentour überhaupt erst an.