Schreibtipp: Mit dem Aufhören anfangen…

Für mich die wichtigste Schreibregel überhaupt: Egal wie lang, egal wie kurz der Text werden soll – man schreibe kein Wort, ohne zu wissen, wie der zu schreibende Text enden soll.

Wenn ich mit dem Gedanken „Ich hab diesen tollen Anfang, ein Schluss wird mir beim Schreiben schon einfallen.“ die ersten zwei, drei Absätze eines Textes in die Tastatur tippe, habe ich alle Voraussetzungen geschaffen, um wenig später rettungslos steckenzubleiben oder einen – nach einem recht gelungenen Anfang – verkrampften Text mit gekünsteltem Schluss zu produzieren.

Ein guter Text (ob Roman, Kurzgeschichte, Essay, Artikel, Blogpost, meinethalben auch ein Tweet) wird immer auf das Ende hin geschrieben. Am Ende macht man seinen Punkt, am Ende überzeugt man den Leser vom eigenen Standpunkt, am Ende beschließt man die Geschichte mit einer überraschenden Pointe… Der Anfang soll den Leser zum Weiterlesen verführen, das Ende ist es, was der Leser in Erinnerung behält. Aufs Ende hin sollte man deshalb schon beim Anfang zuschreiben.

Und – sehr wichtig – wenn man anfängt, ohne zu wissen, wie der Text enden soll, passiert es einem sehr leicht, dass man plötzlich mitten im Text, mitten im Satz einfach stec