Sie lernen’s nicht…

Die Kollegen bei lesen.net berichten von massiven Schwierigkeiten, die es bei der Einführung von Adobes neuem Kopierschutz „Digital Editions 3“ gibt. Es gibt Probleme u.a. in den Shops von libri, Sony und Thalia, wie sie bei lesen.net schreiben, es hängt mit der neuen Software, irgendwelchen Contentservern und Sonstwas-Hullabaloo-Technik-Kram zusammen, für den sich niemand interessieren müssen sollte, der einen der genannten Shops ansteuert, um ehrlich ein E-Book zu kaufen.

Die These „Kopierschutz ärgert nur den ehrlichen Kunden, nicht den Piraten, der ihn knackt.“ dürfte eindrucksvoller nicht zu beweisen sein. Was soll man denn nicht-Technik-affinen Lesern raten, die Meldungen über diese Probleme lesen und einen fragen: „Was soll ich denn jetzt machen, wenn ich ein Buch kaufen will?“ Eben, „Wart ab, kauf jetzt erst mal nix.“ ist die einzige Möglichkeit.

Die weitere Entwicklung ist natürlich extrem vorhersehbar und unter „iTunes Kopierschutz“ googlebar. Auch die Musikindustrie hat versucht, mit immer aufwändigeren und somit logischerweise mit immer mehr Fehlern behafteten Kopierschutzmaßnahmen die Raubkopien einzudämmen, und am Ende des Liedes haben Sie den Kopierschutz an sich heimlich, still und leise begraben. Weil er nicht funktioniert. Weil er – siehe oben – nur den ehrlichen Kunden gängelt und vom Kauf abhält.

Die Konsequenz, zukünftig auf harten Kopierschutz zu verzichten, werden die Herrschaften der Buchbranche allerdings nicht zeitnah ziehen: dazu haben sie zuviel Geld an Adobe für die Entwicklung dieser Fehlersoftware gezahlt.

Nicht betroffen sind – natürlich – die amazon-Kunden mit ihren Kindles. Man kann gegen amazon sagen was man will, aber auf den völlig abwegigen Gedanken, Probleme auf dem Rücken der eigenen Kundschaft auszutragen, ist diese Firma noch nie gekommen. Dieses Privileg gebührt Adobe und deren Firmen-Kundschaft.