Meinhard Schröder über Dietrich Bonhoeffer zum zweiten

Wegen des großen Interesses wiederholt Meinhard Schröder seinen Vortrag mit dem Thema „Dietrich Bonhoeffer im Tegeler Gefängnis“, auf den wir bereits hingewiesen haben, am Samstag, den 15.02.14, um 19 Uhr im Salon Helmuth Pohren-Hartmann, Brünnhildestr. 3, 12159 Berlin.

Aus Schröders Einladung zu seinem Vortrag:

Selten hat wohl ein Gefängnisaufenthalt so sehr das Vermächtnis eines Menschen besiegelt wie bei Dietrich Bonhoeffer. Nichts deutet in seiner Jugend darauf hin, dass er einmal ein Attentäter und Verräter werden könnte. Ehrgeizig absolviert er im Eiltempo seine akademische Ausbildung. Erst die Begegnungen mit einem französischen Pazifisten und mit einer schwarzen Kirchengemeinde in New York krempeln ihn um. Auch mit der sozialen Frage sieht er sich konfrontiert, er, der aus einer wohlsituierten bildungsbürgerlichen Familie stammt: Ausgerechnet im Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg übernimmt er eine Konfirmandengruppe. Als einer der ganz wenigen innerhalb der protestantischen Kirchen wendet er sich vom Mai 1933 an gegen die judenfeindliche Politik der Nationalsozialisten.

Schließlich kehrt er nach nur wenigen Wochen aus dem Exil zurück und wählt den Weg in die Illegalität, um am Sturz des NS-Regimes mitzuwirken. Innerhalb der Kirche sieht er dafür keine Möglichkeiten.

Vom April 1943 bis August 1944 ist er im Wehrmachts-Untersuchungsgefängnis Tegel inhaftiert. Die anfängliche Isolationshaft bringt ihn an den Rand des Suizids. Aber dann nutzt er die äußerst beschränkten Möglichkeiten als Gefangener: Er klagt die Haftbedingungen an, schreibt Gedichte, Briefe und eine Novelle und wird mit seiner Haltung ein Vorbild für andere Gefangene und teilweise auch für das Gefängnispersonal. Sein bisheriges theologisches Denken durchbricht er radikal, wenn auch nur fragmentarisch.

Der Eintritt ist frei.